Alle meine Kolleg:innen im Office haben Anna schon besucht, ganz in der Nähe von Barcelona, manche sogar mehrmals — nur ich nicht. Dabei steht dieses Weingut ganz, ganz weit oben auf meiner Bucketlist. Ihr wisst schon, die Liste mit den Dingen, die man unbedingt abhaken will, bevor irgendwann der letzte Korken gezogen wird.
Das hat gleich mehrere Gründe. Die Bodega ist malerisch — man muss sich einfach diese Terrasse anschauen. Dazu kommen einige meiner absoluten Lieblingsschaumweine. Und dann ist da natürlich noch Anna selbst. Sie ist ein Mensch, der einem unvermeidlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Ein Sonnenschein eben.
Vielleicht erkennt ihr langsam ein Muster bei unseren Bodegas: Die Menschen, die für ihre Heimat brennen und Wein einfach lieben, machen fantastischen Wein — und sind Menschen ganz nach unserem Herzen.
Mit Annas Weinen kam ich schon früh in Berührung, denn ihr Rosé Cava ist der Lieblingswein meiner Chefin Theresa. Und wenn ich von Lieblingswein rede, ist das bei Theresa nicht so wie bei mir: Ich habe ganz viele Lieblinge, bei ihr gibt es genau einen — und das ist der Rabetllat i Vidal Rosé Cava. Eine Wahl, die ich nur zu gut verstehe und die ich gleich zu Beginn meiner Peral-Zeit lieben gelernt habe. Ob im Hochsommer zu selbstgemachtem Himbeer-Minz-Sorbet oder im Frühling zu grünem Spargel mit Serranoschinken und einem pochierten Ei — er passt.
Aber genau hier kommt das, was mich an dieser Serie am meisten begeistert: Wir reden nicht über unsere Gerichte, sondern über Annas Favorit. Ein Gericht, von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte und das ihr in Deutschland garantiert in keiner Tapas-Bar findet: Pollastre a l'antiga — Hühnchen nach alter Art. Ein Schmorgericht mit Datteln oder Pflaumen und Pinienkernen. Wieder ein Stück Heimat. Ich merke selbst, wie sich die Floskeln wiederholen — aber seien wir ehrlich: Was gibt es Besseres als die Küche unserer Mütter und Väter, die Dinge, die wirklich aus unserer Heimat kommen?
Kein Wunder, dass wir uns so gut mit Anna verstehen. Ihre Wahl ist genau nach unserem Geschmack — und am liebsten pairt sie das Ganze mit ihrem Rosé Cava. Können wir nur unterschreiben. Gebt mir eine Minute, ich muss eben einen Flug buchen. Wer kommt mit?
(Halber) Spaß beiseite — so wird's gemacht:
Kleine Randnotiz am Rande: Was wirklich in dieses Rezept gehört, ist selbst schon wieder ein kleines Rätsel. Ich habe im Prinzip kein Rezept gefunden — und gleichzeitig viele. In jedem spanischen Kochbuch stand es anders: mal mit Pflaumen, mal mit Datteln, mal mit Mandeln, mal mit Pinienkernen. Aber immer diese eine Kombination aus süß und nussig. Es ist eben eins dieser mündlich überlieferten Gerichte, das jede Abuela ein bisschen anders zubereitet hat. Nehmt die folgende Version also als einen Weg — nicht als den Weg. Genau das macht es ja so schön.
Hähnchenteile salzen, pfeffern und in Olivenöl kräftig anbraten, bis sie goldbraun sind. Herausnehmen.
- Im selben Topf Zwiebeln langsam weich schmoren, dann den Knoblauch dazugeben. Nicht zu heiß werden lassen, damit der Knoblauch nicht bitter wird.
- Tomaten hinzufügen und alles einkochen lassen, bis eine dunkle, würzige Basis entsteht.
- Hähnchen zurück in den Topf geben und mit Wein oder Brandy ablöschen.
- Lorbeer, Kräuter und optional etwas Zimt dazugeben.
- Mit etwas Brühe oder Wasser auffüllen und zugedeckt ca. 35–45 Minuten sanft schmoren.
- gegen Ende Backpflaumen oder Rosinen und Pinienkerne oder Mandeln dazu geben.
- Abschmecken und mit Brot, Kartoffeln oder Reis servieren.
Dazu natürlich: ein Glas Rabetllat i Vidal Rosé Cava — so, wie Anna es am liebsten mag.
Und mal ehrlich: Wenn die Zutatenliste länger ist als die Beschreibung der Zubereitung, dann weiß man eigentlich schon alles — hier kann man nicht viel falsch machen. Ein Gericht, das sich fast von allein kocht. Man braucht nur ein bisschen Geduld. Oder man geht einfach nebenbei weg, trinkt ein Glas Cava mit seinen Gästen und wartet auf den Sonnenuntergang.
Ich selbst muss Pollastre a l'antiga übrigens noch nachkochen — ich bin gerade zu sehr damit beschäftigt zu lernen, wie man eine echte Paella macht. Aber diese Geschmackskombination aus süß und nussig habe ich in ähnlicher Zusammensetzung schon mehrfach probiert und für rundum fantastisch befunden. Wenn ihr also schneller seid als ich: Lasst es mich wissen. Und stoßt ein Glas Rosé Cava auf Anna an.
Dazu im Glas
Rabetllat i Vidal · Cava Rosado Brut
Was sollen wir sagen? Viele Aromen von Himbeere und Erdbeere, eine fantastische Balance — und einfach ein richtig großer Cava zu einem kleinen Preis. Dass er trotz 24 Monaten Ausbau nach traditioneller Flaschengärung so erschwinglich bleibt, grenzt fast an ein Wunder. Ein Wein, der in meinem Kühlschrank schlicht nicht fehlen darf
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